Zum Abschied von Saburo (ehem. Fritz)

fritz2_10092021

Mein Sabu­ro,

Du kamst vor 2 1/​2 Jah­ren in mein Leben. Da warst Du 14 Jah­re alt. Unge­stüm, völ­lig abge­stumpft was direk­te Anspra­che anging, mit einem offe­nen Tumor am After. Du hat­test strup­pi­ges, stump­fes Fell von selt­sa­mer Far­be. Unter Dei­ner Keh­le hat­test Du gar kein Fell mehr, wahr­schein­lich muss­test Du eine Ket­te ertra­gen. Natür­lich warst Du nicht stu­ben­rein. Du hast Dich wim­mernd auf den Boden gewor­fen, wenn man aus ver­se­hen unbe­dacht die Hand geho­ben hat - Du muss­test Dein Leben lang Schlä­ge ertra­gen. Die vie­len Nar­ben auf Dei­nem Kör­per habe ich erst nach und nach entdeckt.

Ich habe so gut wie alle mei­ne Fern­be­die­nun­gen an Dich ver­lo­ren und ca. 50 CD’s.

Und ich habe mein Herz an Dich verloren.

Du hast Dich so schnell in mein Leben ein­ge­fügt, hast Dich mit Dei­ner kapri­ziö­sen Hun­de­schwes­ter arran­giert, bist immer freund­lich und aus­ge­gli­chen gewe­sen, hast jeden Hund und Men­schen mit Freu­de begrüßt. 

Den Dreh mit der Stu­ben­rein­heit hat­test Du ganz schnell raus. Nach nur ein paar Tagen hat Dein Fell ange­fan­gen zu glän­zen. Mit der Zeit kam ein wun­der­schö­nes sei­di­ges brau­nes Hun­de­fell zum Vor­schein. Etwas ganz Beson­de­res war Dei­ne “Fell-Ridge” auf der Schnau­ze, die ich so noch nie bei einem ande­ren Hund gese­hen habe. 

Ich hät­te Dich Shadow nen­nen sol­len, denn Du bist mir vom ers­ten Tag an nicht mehr von der Sei­te gewi­chen. Du hast trotz Dei­nes schwe­ren Lebens vor­her ver­stan­den, dass nun ein neu­es Leben für Dich ange­fan­gen hat. Dass inten­si­ves Kuscheln etwas gaaa­anz tol­les ist und es am Mor­gen auch ziem­lich gemüt­lich in mei­nem Bett ist.

Du bist täg­lich vol­ler Freu­de kilo­me­ter­weit mit mit spa­zie­ren gegan­gen und nie­mand hat geglaubt, dass Du schon so alt bist. Du warst Lebens­freu­de pur.

Vor etwa 1 1/​2 Jah­ren bist Du bei einem Spa­zier­gang plötz­lich umge­kippt und wir haben ein schwe­res Herz­pro­blem fest­stel­len müs­sen. Aber Du hast wei­ter gekämpft ! Mit den Tablet­ten ging es Dir meis­tens sehr gut, aber ein kran­kes und altes Herz lässt sich lei­der nicht mehr repa­rie­ren. Dei­ne Arthro­se wur­de immer schlim­mer. Du bliebst wei­ter fröh­lich und woll­test ein­fach nur leben.

Tat­säch­lich hast Du vor ein paar Mona­ten sogar noch ange­fan­gen zu spie­len und einem Ball nach zu lau­fen. So etwas durf­test Du in Dei­nem vor­he­ri­gen Leben nie und wahr­schein­lich wur­de es Dir auch “aus­ge­trie­ben”.

Im Febru­ar haben wir Dei­nen 16. Geburts­tag gebüh­rend gefei­ert. Jetzt, ein hal­bes Jahr danach, bist Du für immer gegangen.

Kan­ga und ich sind unend­lich trau­rig. Ich dan­ke Dir für das Ver­trau­en, die Freu­de und die Lie­be, die Du mir geschenkt hast. Ich wer­de Dich immer als mei­nen Sabu­ro ( japa­nisch für “der 3. Sohn”) im Her­zen behalten.

Dei­ne Katja


Die­sen “Brief an Sabu­ro” hat uns sein Pfle­ge­frau­chen Kat­ja geschickt. Wir bedan­ken uns bei ihr, dass sie einen alten Jagd­hund, der nach einem har­ten, ent­beh­rungs­rei­chen Leben ein­fach aus­ge­mus­tert wur­de, bei sich auf­ge­nom­men und ihm so ein schö­nes Leben ermög­licht hat… und wir freu­en uns, dass er jede Sekun­de davon so genos­sen hat.

Unser Dank geht auch an die Paten, die Sabu­ro unter­stützt und sein neu­es Leben beglei­tet haben.