Der hübsche Coco berichtet aus seinem neuen Zuhause: Cocos Tagebuch

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Coco lan­de­te im Herbst 2017 in der Per­re­ra von Mazar­ron und wur­de von unse­ren Tier­schutz­kol­le­gen vor Ort über­nom­men. Er muss­te nicht lan­ge war­ten und konn­te im April 2018 in sein neu­es Zuhau­se nach Deutsch­land zie­hen. Sei­ne Fami­lie hat ein Tage­buch geschrie­ben und uns geschickt. Cocos ers­te Erleb­nis­se sind mit viel Humor geschil­dert, viel Ver­gnü­gen beim Lesen.

Wir freu­en uns, dass Coco so ein schö­nes Zuhau­se gefun­den hat und sagen einen ganz lie­ben Dank an sei­ne Fami­lie dafür, dass sie Coco bei sich auf­ge­nom­men haben.

Lie­bes Tage­buch, mein Name ist Coco. Ich bin ein Deutsch Kurz­haar Rüde und bin am 4.5.2012 in Spa­ni­en gebo­ren. Mei­ne Vor­ge­schich­te möch­te ich hier gar nicht erzählen.
Mei­ne Rei­se begann am 6.4.2018 in Maz­z­a­ron und ende­te am 7.4.2018 in Hagen. Bei traum­haf­tem Wet­ter mit 21 Grad und Son­nen­schein, konn­te ich bei bes­ter Gesund­heit dem Trans­por­ter „Ami­go“ von Hun­de­pfo­ten in Not e.V. ent­stei­gen. Ein abge­sand­ter mei­ner neu­en Fami­lie, ich nen­ne ihn ein­fach „Herr­chen“, nahm mich mit vol­ler Begeis­te­rung in Emp­fang. End­lich in Frei­heit, muss­te ich erst mal vol­ler Taten­drang mein neu­es Herr­chen durch den Wald und das Gelän­de füh­ren. Irgend­wie gab er mir schnell einen neu­en Spitz­na­men. „Heiz­dü­se“. Ich weiß nicht warum?
Nach dem ICH Herr­chen aus­gie­big aus­ge­führt habe, haben wir uns bei allen Hel­fern bedankt und ver­ab­schie­det. In den Kof­fer­raum mei­ner neu­en Fami­li­en­kut­sche bin ich rasch gesprun­gen. Bis zur Auto­bahn war ich noch ein wenig auf­ge­regt, so das Herr­chen die Auf­fahrt zur Auto­bahn ver­passt hat. Haha.. so konn­te ich noch ein wenig die schö­ne Gegend beob­ach­ten. Auf der Auto­bahn habe ich auch noch lan­ge die Land­schaft verfolgt.
Herr­chen sagt: „ 160 und der Hund steht noch immer und guckt“. Nun­ja, war halt span­nend. Doch nun leg­te ich mich bald hin und war ruhig, bis das Auto zu Hau­se voll­stän­dig geparkt war und das öff­nen der Heck­klap­pe um 15:00 Uhr mir den Hof und Gar­ten mei­ner neu­en Fami­lie zeig­te. So, Attacke!
Herr­chen ver­sucht mich mit zwei Lei­nen zu füh­ren.… Bähhh.… hier war alles so neu für mich. Das muss­te ich so schnell wie mög­lich erkun­den.…. Jetzt woll­te er ins Haus. Auch das ging mir nicht schnell genug. Er brach den ers­ten „Zugriff“ ab. Jetzt zeig­te er mir kurz den Gar­ten. Angriff.… Haus die zwei­te. End­lich drin.… im Flur war noch ein Hund. Der Seniorlab­bi der Fami­lie. Er schau­te … und ich durch vor­bei.…. bumm­ms.…. und noch mal bumm­ms, krach.… was war das? Eine Glas­tür zur Küche…
Ich war so wild, dass Herr­chen mir kurz wie­der die fri­sche Luft zeigte.
Die Macht­über­nah­me des Hau­ses erfolg­te im drit­ten Anlauf.
Küchen­ar­beits­flä­chen, Ess­ti­sche etc. galt es von oben zu inspi­zie­ren. Ich glau­be Herr­chen hat­te ein wenig mit mir zu tun, aber das war mir egal. Es gelang ihm, mich zu beru­hi­gen und ich bin mit dem Ole in den Garten.…Freude.….. schnüf­feln.…. usw.…
Immer wie­der sprang ich an Herr­chen hoch, umarm­te ihn fast, for­der­te Strei­chel­ein­hei­ten. Wir kuschel­ten, tob­ten… ich sprang ihn an und ließ nicht los…Fein war´s.
Es dau­er­te aber nicht mehr lan­ge, da lern­te ich Leo­nie, Liah, Frau­chen, Julia und Fio­na ken­nen. Alle haben mich herz­lich begrüßt, ich hab es genossen.
Jetzt haben die so einen komi­schen gro­ßen schwar­zen Kas­ten ange­macht. Das Ding war echt „heiß“. Jetzt leg­ten die auch noch gut rie­chen­des Fleisch auf das Ding. Grau­sam, hät­ten die mir auch gleich so geben können.
Mei­ne neue Fami­lie zeig­te mir am Abend mein neu­es „Gas­sie­re­vier“. Span­nend! Ich ver­lang­te mei­nem Herr­chen alles ab.
Irgend­wann waren wir wie­der daheim und irgend­wie muss­te ich nach dem Tag schla­fen. Ich leg­te mich zu Ruhe und fing sofort an zu schnarchen.

2. Tag, 8.4.2018
Mei­ne Fami­lie ist mit mir früh auf­ge­stan­den und hat mir wie­der das Gas­sie­re­vier gezeigt. Danach haben sie vie­le lecke­re Sachen auf einen Tisch gestellt und in Ruhe geges­sen. Nennt man wohl Sonn­tags­früh­stück. Danach lern­te ich wie Fami­li­en­le­ben wei­ter geht. Wir waren alle im Gar­ten. Man hat mir ver­sucht Sitz und auf mei­nen Namen zu hören bei­zu­brin­gen. Mei­ne neu­en haben es da aber nicht so ein­fach. Ich reagie­re nicht so rich­tig auf Lecker­chen. Ansons­ten erleb­te ich einen schö­nen Tag im Gar­ten und durf­te mir mehr­mals das Gas­sie­re­vier anschauen.

3. Tag, 9.4.2018
Komisch, um 5 Uhr wird es mun­ter im Haus. Frau­chen steht auf. Herr­chen hat noch immer „Schlaf­wa­che“ im Wohn­zim­mer. Hihi. Er schläft noch. Frau­chen fum­melt und macht in der Küche. Schließ­lich zieht sie sich an und weckt mein Herr­chen. End­lich. Er bewegt sich und ich gleich auf ihn los. Freu, Spring, Sab­ber und Leck. Die Kin­der kom­men auch run­ter. Was ist hier los? Auch irgend­wie essen die Kin­der etwas.… dann Bewe­gung ins Bad, anzie­hen. Jetzt schnal­len die sich so komi­sche Din­ger auf den Rücken. Was ist das? Schul­ran­zen nen­nen die das. Schwupps sind die Kin­der außer Haus. Nun habe ich Herr­chen für mich allei­ne. Er rüs­tet sich, zieht sich an und bei strah­len­dem Son­nen­schein sind wir raus in mein „Revier“. Ich lern­te eine Nach­ba­rin ken­nen… nett war sie, aber ich muss wei­ter. Noch immer zer­gel­te ich an zwei Lei­nen. Hals­band und Brust­ge­schirr. Herr­chen ver­such­te mich mit Lecker­lie zu trai­nie­ren. Aber wie gesagt, ich bin da so nicht für. Die Umge­bung ist mir wich­ti­ger. Aber er schlug sich tap­fer mit mir auf der gan­zen Runde.
Wie­der zuhau­se, ent­spann­te er sich erst mal mit einem Kaf­fee in der Mor­gen­son­ne auf der Ter­ras­se. Sei es ihm gegönnt. Ich zeig­te ihm aber immer wie­der, wie ger­ne ich ihn hab… Sein „Nein“ wur­de deut­li­cher. Scha­de. Aber ich gebe so schnell nicht auf.
Herr­chen zeigt mir was Gar­ten­ar­beit ist. Und ins­ge­samt war es sehr ent­spannt. Die Kin­der kamen nach Hau­se, es wur­de geges­sen, geku­schelt und gespielt. Auf dem Nach­mit­tags­spa­zier­gang gab Herr­chen nicht auf, mich an der Lei­ne ruhi­ger zu bekom­men. Mal sehen wie viel Geduld er hat.
Am Abend bin ich mit der kom­plet­ten Fami­lie unter­wegs gewe­sen. Ole, Liah, Leo­nie, Frau­chen und Herr­chen haben mir einen schö­nen Son­nen­un­ter­gang gezeigt.
Nun war­tet wie­der eine ruhi­ge Nacht in Sicher­heit auf mich.

4. Tag, 10.4.2018
Mor­gens wie­der das glei­che. Als Herr­chen von sei­ner Schlaf­wa­che auf­wach­te, wirk­te er sehr „ver­ka­tert“ oder „ver­hun­det“. Er sagt so etwas wie: „Ich fühl mich ganz Hund“. Das bedeu­tet wohl, dass ich ihm alles abver­langt habe. Klas­se. Er jam­mer­te aber auch über die Lei­ne. Die sei so unbe­quem in den Hän­den. Wor­an liegt das? An mir oder an der Lei­ne. Letz­te­res schlie­ße ich per­sön­lich aus. Ich beschloss jetzt, ihm das Leben an der Lei­ne ein wenig, aber nur ein wenig ruhi­ger zu gestal­ten. Irgend­wie spür­te er das und mach­te nur noch eine Lei­ne an mein Hals­band. Das Brust­ge­schirr wur­de nicht benutzt. Denkt dran und merkt es euch. Das Brust­ge­schirr taucht noch wie­der auf.
Den­noch zeigt ich ihm auf der ers­ten Run­de, was ich so am „Hals“ mit Herr­chen machen kann. Irgend­wie brach­te er mich doch mal dazu, auf ihn mit Lecker­lie auf­merk­sam zu wer­den. Komisch. Ich will ihn aber nicht verwöhnen.
Heu­te muss­ten Liah und Leo­nie zu ihrer Tanz­schu­le. Das hat Herr­chen über­nom­men. Ich freu­te mich auf eine Auto­fahrt. Auf dem Rück­weg woll­te Herr­chen beim „Fress­napf“ ein ande­res Hals­band und Lei­ne kau­fen. Wir rein.…. und Schwupps… das riecht aber klas­se hier. Nach viel Zeit mit der Ver­käu­fe­rin, war Herr­chen aber auch nicht mit dem Ange­bot zufrie­den und er zog frus­triert wie­der ab.
Also konn­te ich ihm mit den Schmer­zen in den Hän­den an sei­ne Gren­zen brin­gen. Herr­chen wer­kel­te an einem schö­nen neu­en Bett für mich. Schaut mal.…

Nach der abend­li­chen Gas­sierun­de hat­te sich mein Herr­chen aber auch wie­der das Sofa zur Schlaf­wa­che verdient.

5. Tag, 11.4.2018
Wie­der mor­gens die­se Hek­tik. Die sind aber auch komisch, die­se Men­schen. Herr­chen wirk­te ein wenig erschöpft. Jetzt muss ich kurz über­le­gen. Wor­an liegt dass? Was hat er getan? Ich beschloss in der nächs­te Stu­fe wie­der ein wenig ruhi­ger zu wer­den. Das schont ihn bestimmt. Heu­te ist das Wet­ter eher schlecht. Ich beob­ach­te aus dem Fens­ter den Regen. Da wol­len wir heu­te raus? Mhh. Er macht ernst. Mal sehen ob er sich freut, wenn ich mich beson­ders schmut­zig mache für ihn? Nun­ja. Er hat es gelas­sen genom­men. Nach dem ich wie­der ordent­lich die Lei­ne in sei­nen Hän­den bewegt habe, mer­ke ich, dass er die Lei­ne immer mehr ver­flucht. Zuhau­se ange­kom­men sucht er gleich eine Adres­se für Hun­de­zu­be­hör. „Lie­be­vol­le Beglei­ter“ heißt der Laden. Der Plan steht. Den Laden erobern wir rich­tig. Nach­mit­tag. Es geht los. Auf zu dem Laden. Herr­chen hat ein Ziel. Eine Lei­ne aus beson­de­rem Leder und ein pas­sen­des Halsband.
Kaum ange­kom­men, konn­te ich den Sachen kaum wie­der­ste­hen. Kno­chen, Lecker­chen, Spiel­zeug, dies und das.….. das MUSS ich sehen. Auch wenn Herr­chen nur Augen für DIE Lei­ne und DAS Hals­band hat… ich muss es sehen. Schnell ist die Sache geritzt. Er bekommt von der net­ten Dame das pas­sen­de Hals­band und die pas­sen­de Lei­ne. Elch­le­der oder so, aber er ist glück­lich. Jetzt fühlt er sich wohl und denkt, dass er mich bes­ser unter Kon­trol­le hat. Na, dann las­sen wir ihn mal in dem Glau­ben .… für einen Tag. Bei der Abend­run­de zeig­te ich ein wenig mehr von dem was ich kann und ging ent­spannt an der Lei­ne. Wir kämpf­ten aber mit Schittwetter.

6. Tag, 12.4.2018
Wie am Tag zuvor. Herr­chen hat noch Schlaf­wa­che, bis Frau­chen ihn wach­rüt­telt. Es bleibt noch zu erwäh­nen, dass ich in der Nacht schon in dem eigens für Hun­de ein­ge­rich­te­ten Zim­mer schla­fen durf­te. Hey klas­se, ein eige­nes Zim­mer. Bei der Mor­gen­run­de ließ ich Herr­chen mal glau­ben, dass sein Lei­nen­trai­ning gehol­fen hat und ich ließ ihn mal in Ruhe. Aber nicht lan­ge.…. es kam wie­der was ganz aufregendes…
Auto.…neue Gegend…Schnupper.….. Tier­arzt !!!! Oha. Das War­te­zim­mer! Ein Sonn­tag­abend­kri­mi für neu­gie­ri­ge Hun­de wie mich. Der Tier­arzt ist ein ganz net­ter, hat gleich erkannt, was ich noch so machen muss…Abnehmen, Zahn­stein weg und das ich ein guter und hüb­scher Hund bin, habe ich bis jetzt jeden Tag gehört. Leu­te, passt auf. Beim Tier­arzt habe ich Sprit­zen bekom­men und das Herr­chen schleppt zwei Rie­sen­pil­len raus. Eine Wurm­kur und etwas gegen Zecken.
Tags­über übte dann Herr­chen mit mir an der Lei­ne. Wie doof. Ich woll­te wo hin und er blieb immer ste­hen wenn ich ihm zu schnell war. Teil­wei­se dreh­te er auch um. Jetzt muss ich wohl ler­nen, wie man ent­spannt zum Ziel kommt. Abwarten.
Am Abend gab es dann wie­der lecker Fut­ter. Zwei dicke Pil­len lagen damit drin. Die eine war kein Pro­blem, die ande­re moch­te ich nicht so wirk­lich und ließ sie brav lie­gen. Herr­chen pro­bier­te, ob ich Sala­mi mag. Lecker. Jetzt wickel­te er die Tablet­te in die Sala­mi eine. Ein Fuchs, dach­te er sich wohl. Ich pack­te die Tablet­te aber locker aus und genoss die Sala­mi. Ätsch. Was tat er nun. Er nahm ein Stück Fleisch­wurst, höhl­te die ein wenig aus und ver­steck­te die Pil­le in ihr. Nicht mit mir! Ich stol­zier­te mit der Wurst durchs Haus. Er dach­te wohl ich mag kei­ne Fleisch­wurst. Doch dann pack­te ich auch die­se Pil­le wie­der fein aus und mach­te mich über die Fleisch­wurst her. Jetzt hat­te er erst mal kei­nen Plan mehr. Er stam­mel­te etwas von: „Leber­wurst… Mist, haben wir nicht mehr“. Mit einer gemüt­li­chen Fami­li­en­run­de ging auch die­ser Abend dann vorbei.

7. Tag, 13.4.2018
Guten Mor­gen. Alles beim alten. Kin­der weg, Herr­chen rüs­tet sich für den Spa­zier­gang. Ich lief schon bes­ser an der Lei­ne, auch die Haus­trep­pe ging ich ent­spannt run­ter. Herr­chen war wohl zufrie­den. Auf dem Weg wie­der ein paar Übun­gen. Passt schon.
Nach der Run­de ein wei­te­res High­light. Herr­chen fuhr mit mir zu sei­ner Arbeit. Span­nend. So vie­le Men­schen, alle begrüß­ten mich, lob­ten mich und fan­den mich einen tol­len Hund. Ich zeig­te mich von mei­ner bes­ten Sei­te, ging locker durch den gan­zen „Laden“, mach­te auch mal Sitz, ließ mich strei­cheln. Alles schön.
Bei der Nach­mit­tags­run­de ver­än­der­te Herr­chen etwas. Ich bekam das Brust­ge­schirr. Komisch. Die Lei­ne wur­de nur dort ange­schnallt. Das fand ich sehr toll. Irgend­wie gefällt mir das mit dem Hals­band nicht so. Hat bestimmt etwas mit mei­ner Vor­ge­schich­te zu tun. Ich dank­te Herr­chen und ver­blüff­te ihn mit dem ange­nehms­ten Spa­zier­gang, den wir je hat­ten. Ich ließ mich ganz ein­fach len­ken und steuern.
Zum Abend­essen pro­bier­te er es wie­der mit der Tablet­te. Klein­ge­hakt und in feins­ter Leber­wurst ver­mischt. Ich habe es ihm wohl­wol­lend abge­nom­men. Das ich jetzt ganz ruhig gehen kann, zeig­te ich auch Frau­chen am Abend auf unse­rer Familienrunde.

8. Tag, 14.4.2018
Sams­tag­mor­gen. Alle ent­spannt. Frau­chen fuhr sehr früh ein­kau­fen. Die Kin­der spiel­ten noch mit Herr­chen etwas, hat­ten aber auf dem Schirm, dass ich auch bald mal raus muss. Herr­chen trö­del­te dann aber so vor sich hin. Selbst die Kin­der waren fer­tig. Herr­chen sag­te zu der Leo­nie noch: „Füll mal das Trink­was­ser für die Hun­de auf“. Der Was­ser­hahn in der Küche lief, der Napf wur­de gefüllt. Zu viel für mich. Das Geräusch! Lei­der muss­te ich mei­nen Lie­ben in die Küche pie­seln. Herr­chen gab mir zu ver­ste­hen, dass es nicht in Ord­nung ist. Der Ärger hielt sich in Gren­zen. Herr­chen wisch­te und tat und ärger­te sich eigent­lich nur über sich selbst. Auf der Gas­sierun­de zeig­te ich wie­der wie gut ich lau­fen kann. Alles prima.
Zuhau­se ange­kom­men, trank Herr­chen ein Kaf­fee und dann.…. Oh Schreck. Er ver­ließ das Haus. Ohne mich. Skan­dal. Frau­chen beob­ach­te­te mich vom Sofa aus. Ich dreh­te Krei­se im Wohn­zim­mer, jam­mer­te, win­sel­te. Nach eini­ger Zeit leg­te ich mich in den Flur und bewach­te die Tür ganz auf­merk­sam. Nach knapp 40 Minu­ten war der Spuk vor­bei. Herr­chen kam rein und ich war glücklich.
Bald ging es wie­der in den Gar­ten. Dort hol­te er ein rotes Gerät mit 4 Rädern raus. Nach ein paar Hand­grif­fen zog er an einer Lei­ne und es wur­de laut um mich her­um. Er schob es über den Rasen und Schritt für Schritt wur­de der Rasen kür­zer. Das Spek­ta­kel dau­er­te eine Stun­de, stör­te mich aber auch nicht. Lass ihn mal machen.
Frau­chen fuhr dann irgend­wann in ein Fit­ness­stu­dio (ich rei­che ihr wohl noch nicht aus) und ich ver­brach­te noch eini­ge Stun­den mit dem Rest der Fami­li­en­ban­de im Gar­ten. Frau­chen kam irgend­wann mit der Julia nach­hau­se. Sie sag­te: “Jetzt geh ich mal allein mit Coco“. Oh oh, heißt das ohne Herr­chen? Es wur­de ernst. Kaum haben wir unse­re Hei­mat­stras­se ver­las­sen und bogen in Rich­tung der Fel­der ab, hat­te ich irgend­wie den Drang zurück. Das ließ ich lei­der auch Frau­chen auf der Run­de spü­ren. Mein gro­ßes Geschäft konn­te ich nicht erle­di­gen, ich woll­te nach Hau­se. Kaum zu Hau­se, hechel­te ich wie wild im Haus her­um, sprang zur Trep­pe hoch und run­ter, saß auf der Trep­pe.… Herr­chen kam, schnall­te mich an. Auf der Run­de klapp­te es dann auch.….Der Abend ging ent­spannt zu Ende.

9. Tag, 15.4.2018
Ein trau­ri­ger Mor­gen. Nur Regen. Frau­chen woll­te nicht und Herr­chen über­nahm. Wir schlen­der­ten so los und wur­den so rich­tig nass. Auf der Run­de woll­te ich dann auch so nicht das gro­ße Geschäft machen. Kaum zu Hau­se ange­kom­men, über­nahm Frau­chen das Kom­man­do. „Kame­rad, wir gehen gleich noch­mal“. Puhh. Gut, dach­te ich, dann mache ich es jetzt halt“.
Das ist aber auch anstren­gend. Ich ruh­te. Die klei­ne Liah küm­mer­te sich um mich. Lag bei mir, gab mir eine ihrer Decken, mal­te und kuschel­te bei mir. Auch ganz schön. Danke.
Auf der Nach­mit­tags­run­de mit Herr­chen woll­te ich wie­der nur das klei­ne Geschäft machen. Nun ja. Weiß auch nicht war­um. Am Abend bei Frau­chen das glei­che Spiel. Irgend­wie wur­den bei­de ner­vös. Herr­chen pro­bier­te es noch mal. Fehl­an­zei­ge. Das macht aber auch müde. Ich schlief durch bis zum nächs­ten morgen.

10. Tag, 16.4.2018
Frau­chen weck­te mich um halb sechs. Uhhh. 1 Stun­de waren wir unter­wegs. Wie­der nichts. Um halb neun Lein­te mich Herr­chen wie­der an. Hat­te wohl Angst, dass ich „plat­ze“. Und sie­he da, es hat hin­ge­hau­en. All­ge­mei­ne „Erleich­te­rung“. Herr­chen übt, dass er das Haus ver­lässt. Mal 5 Minu­ten, mal 10. Ich ver­mis­se ihn so, dass auch schon mal hin­ter der Tür war­te. Aber wenn er wie­der rein­kommt, dann beob­ach­te ich ihn und „ver­fol­ge“ ihn.
Am Nach­mit­tag zeig­te mit Herr­chen wie­der was ganz Tol­les. Gal­lo­way Rin­der. Sahen die groß und mäch­tig aus. Die las­se ich mal lie­ber in Ruhe. Ich gehe davon aus, dass die stär­ker sind als ich es bin. Der Wind kam auch güns­tig. Es weh­te aus dem anlie­gen­den Tier­gar­ten der Wild­ge­ruch in mei­ne Nase. Fan­tas­tisch! Ich zeig­te Herr­chen ganz vie­le Spu­ren, wo es etwas zu ent­de­cken gab.
Ansons­ten gab es wie­der einen net­ten und auf­re­gen­den Abend im Garten.

11. Tag, 17.4.2018
Wie­der mor­gens mit Frau­chen.… kein Geschäft.… Herr­chen fährt mal Ein­kau­fen, besorgt hier etwas, besorgt dort etwas. Ich ver­hal­te mich aber ruhig. Ich glau­be die sind stolz auf mich. Am Nach­mit­tag ver­brach­ten wir viel Zeit zusam­men im Gar­ten. Du sie­he da, ich durf­te auch schon ohne Lei­ne in den Gar­ten. Das war ein Spass.

12. Tag, 18.4.2018
Am mor­gen einen schö­nen Spa­zier­gang. Der Nebel waber­te über die Fel­der. Son­nen­auf­gang wie im Bil­der­buch. Man konn­te auf den Wie­sen sehr gut sehen, wo die Hasen und Rehe lang­ge­schli­chen waren. Ich zeig­te Herr­chen jede Spur an. Toll! Genau mein Ding. Tags­über übten wir viel Sitz und das Herr­chen zuerst durch die Türen durch­geht und ich zu war­ten habe. Nun ja, das mit den Türen muss ich noch lan­ge üben. Herr­chen mach­te dann auch immer Übun­gen, dass er das Haus ver­lässt. Immer wie­der ein klein wenig län­ger. Ich glau­be er beob­ach­tet mich mit einer Kamera.
Nach dem Abend­gas­si war ich dann aber auch eher müde.

13. Tag, 19.4.2018
Ich durf­te auf aus­ge­dehn­ten Spa­zier­gän­gen wei­te­re schö­ne Feld­we­ge und auch Bäu­me, Büsche und Grün­strei­fen ken­nen­ler­nen. Über den Tag ließ mich Herr­chen wie­der kurz­wei­lig allein. Klappt alles pri­ma. Ich durf­te wie­der beim Rasen­mä­hen hel­fen. Herr­chen macht das aber auch gut. Am Abend gin­gen wir wie­der auf einem schö­nen Spa­zier­gang der unter­ge­hen­den Son­ne ent­ge­gen. Wunderbar.

14. Tag, 20.4.2018
Der Geburts­tag der klei­ne Toch­ter Liah. Sie wird 7. Lei­der auch ein schwar­zer Tag für mein Herr­chen. Dazu gleich mehr. Nach dem Auf­ste­hen war es ein wenig unru­hi­ger im Hau­se. Ein Tisch war gedeckt mit Luft­bal­lons, Geschen­ken und Ker­zen. Herr­chen ging mit mir vor dem Auf­ste­hen der Kin­der wie­der los. Son­nen­auf­gang, leich­ter Nebel über den Wie­sen. Herr­lich. Irgend­wie erreg­te auf der Run­de irgend­et­was auf dem Feld mei­ne Auf­merk­sam­keit. Auf dem Rück­weg viel Herr­chen aus Schus­se­lig­keit die Lei­ne aus der Hand. Ich blieb ste­hen. Dreh­te mich zu Herr­chen um. Die­ser mach­te eine Bewe­gung und ich dach­te er mein­te :“Los“. Ich star­te­te durch. Herr­chen dach­te wohl nicht nach und wuss­te auch nicht, dass ich so gut gehor­che. Er ver­such­te mit lan­gen Schrit­ten die Lei­ne zu erha­schen. Gelang ihm nicht, ich war schnel­ler. Irgend­wie ver­lor er das Gleich­ge­wicht und flog nach vor­ne auf den Feld­weg. Ich lief zu ihm zurück und sah das Pro­blem. Das tat wohl weh. Herr­chen muss­te spä­ter zum Arzt und er hat­te sich die Schul­ter geprellt und die Bän­der gezerrt. Ich merk­te den gan­zen Tag, dass es ihm nicht gut­ging und ich ver­sucht ihn zu trös­ten und zu beschwich­ti­gen. Er gab mir aber immer wie­der zu ver­ste­hen, dass er sel­ber an dem Dilem­ma schuld sei und er stolz war, dass ich gehorcht und zurück­ge­kom­men bin.
Das war ja wirk­lich ein wil­der Tag. Aber es war kei­ner sau­er auf mich. Glück gehabt.

15. Tag, 21.4.2018
Ein schö­ner Mor­gen. Schö­nes Wet­ter. Ein per­fek­ter Tag für den Gar­ten. Herr­chen und die Kin­der bau­ten einen Rie­sen­pool auf. Der wur­de dann aller­dings bis spät in die Nacht mit Was­ser befüllt. Die Kin­der spiel­ten mit mir und dem Ole. Ich lern­te, wie man nun anstän­dig mit einem Ball spielt und die­sen auch wie­der zurück­bringt. Das hat Spaß gemacht sogar der 14 Jäh­ri­ge Lab­bi spiel­te rich­tig mit. Suuuper.

16. Tag, 22.4.2018
Wie­der klas­se Wet­ter. Wir freu­ten uns alle auf den Gar­ten und die Kin­der auf den Pool. Herr­chen gab den Kin­dern grü­nes Licht. Die Was­ser­qua­li­tät im Pool sei bes­tens. Es kann los­ge­hen. Nun woll­te er noch ein Schlauch­boot für die Kin­der auf­bla­sen. Die­ses brei­te­te er auf der Ter­ras­se aus. Klas­se dach­te ich. Das ist ja eine neue Lie­ge­flä­che. Nun aber rauf auf die Flä­che. Alle lach­ten als ich mich dort breit mach­te. Herr­chen kam mit einer elek­tri­schen Pum­pe und pump­te den Kahn auf. Ich schweb­te fast. Irgend­wann war es aber unge­müt­lich und ich stand auf. Nun ver­brach­ten wir wie­der schö­ne Stun­den im Garten.

17. Tag, 23.4.2018
Der heu­ti­ge Tag zeig­te mir eine neue Sei­te mei­nes auf­re­gen­den Fami­li­en­le­bens. Nach der Mor­gen­run­de zog sich Herr­chen anders an. Pack­te Taschen, tat vie­le ande­re Din­ge. Er muss­te wohl zur Arbeit. Ich ver­such­te, dass er nicht zur Tür raus kann. Er schaff­te es. Frau­chen half ihm dabei. Die­ses blieb zu Hau­se. Ich ver­mis­se ihn aber so sehr, dass ich das ganz Haus abge­lau­fen bin. Nach 5 Min. habe ich mich dann mit Frau­chen arrangiert.

18. Tag, 24.4.2018
Mor­gens war es wie­der wie am Tag zuvor. Ich muss mir was ein­fal­len las­sen, dass er nicht raus kann. Ich lege mich mal in den Weg. Nützt nichts. Er muss wohl wirk­lich los. Scheint wohl wich­tig zu sein, dass er zur Arbeit fährt. Aber auch die­sen Tag ver­brach­te ich mit Frau­chen. Sie ließ mich wie­der für ein paar Stun­den allein und mach­te es ganz pri­ma. Ich möch­te ja auch mei­ner neu­en Fami­lie dank­bar sein.

19. Tag, 25.4.2018
Durch einen schö­nen lau­en Regen, dreh­ten wir eine schö­ne Mor­gen­run­de. Heu­te geschah wie­der etwas Auf­re­gen­des. Ich hat­te mei­ne Pro­be­stun­den in einer HuTa. In die­se Hun­de­ta­ges­stät­te soll ich, wenn mei­ne Fami­lie in den Urlaub fliegt oder die Fami­lie plant, län­ger unter­wegs zu sein. Der Ole war da auch Stamm­gast. Was soll ich sagen, ich war 3 Stun­den da und es hat einen Höl­len­spaß gemacht. Ich konn­te frei mit vie­len ande­ren Hun­den spie­len, toben und rich­tig Gas geben. Nach 3 Stun­den hol­te mich Frau­chen ab. Dann war ich aber erst mal müde, bis Herr­chen heim kam.

20. Tag, 26.4.2018
Am Don­ners­tag ver­bach­te ich einen schö­nen Tag mit Frau­chen und Ole. Wir waren lan­ge im Gar­ten. Nur mein einer neu­er Nach­bar, der gefällt mir nicht. Ein komi­scher Typ. Den muss ich irgend­wie immer zusam­men­bel­len, wenn ich den so sehe. Aber nur der. Hof­fent­lich macht der mir mal kei­ne Schwie­rig­kei­ten hier. Dann zei­ge ich ihm wer Chef ist.

21. Tag, 27.4.2018
Heu­te durf­te ich mal einen gan­zen Tag in die HuTa. Ich check­te den gan­zen Tag die Lage, prüf­te wer was macht. Auch das war ein ganz tol­ler Tag. Als Herr­chen mich abhol­te, freu­te ich mich zwar sehr doll auf ihn, aber es war auch irgend­wie span­nend hier. Da gehe ich ger­ne wie­der hin. Nach der Abend­run­de habe ich mei­ner neu­en Fami­lie das Herz wohl so erweicht, sie gaben mir sogar einen Platz auf dem Sofa. So konn­te ich schön beim Fern­se­hen bei mei­ner Fami­lie schla­fen. Als Herr­chen dann spät Auf­stand um in sein Bett zu gehen, plumps­te ich sogar noch vom Sofa. Irgend­wann ist auch mal das Sofa „zu Ende“.

So ihr Lie­ben, dass waren ein paar Ein­drü­cke mei­ner ers­ten Tage. Vie­len Lie­ben Dank an alle, die mir die­ses Leben jetzt so ermög­licht haben.

Euer Coco