Anubis Stern leuchtet jetzt am Himmel…

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Es gibt Hun­de, die man irgend­wo sieht und deren Bild einem nicht mehr aus dem Kopf geht. So ein Hund war Anu­bis. Groß und dadurch impo­sant, aber durch­aus freund­lich nahm man ihn wahr… und irgend­wie außergewöhnlich. 

Es hät­te sich wohl kaum jemand vor­stel­len kön­nen, dass die­ser Hund Angst vor Men­schen - und hier ganz beson­ders vor Kin­dern - haben könn­te? Wenn Anu­bis sie kom­men sah, mach­te er sich ganz klein und ver­such­te, sich hin­ter sei­ner Besit­ze­rin zu ver­ste­cken, oder auch hin­ter ande­ren, ihm ver­trau­ten Men­schen, Haupt­sa­che weg von der Gefahr…

Zwar lern­te Anu­bis sei­nen Men­schen so zu ver­trau­en, dass sich sei­ne Angst redu­zier­te, aber ganz geheu­er waren ihm Begeg­nun­gen mit Kin­dern nicht. Lei­der wis­sen wir nicht, was das aus­ge­löst hat, denn Anu­bis war eines Tages ein­fach da, lag vor dem Ein­gang eines Refu­gi­ums in Spa­ni­en. Er war von selbst gekom­men, nie­mand hat­te ihn dort fest­ge­bun­den. Ein gro­ßer, mage­rer Hund mit gro­ßem Appe­tit. Wir ken­nen sei­ne Geschich­te erst ab die­sem Zeit­punkt und konn­ten nicht in Erfah­rung brin­gen, wo und wie die­ser Hund frü­her gelebt hat.

Anu­bis Geburts­da­tum konn­te nur geschätzt wer­den, wahr­schein­lich wur­de er irgend­wann im Som­mer 2013 gebo­ren. Im Herbst 2015 zog er in sein Für-Immer-Zuhau­se mit­ten ins Ruhr­ge­biet. Er genoss sein neu­es Leben, begann sich mehr und mehr zu ent­span­nen und lieb­te die täg­li­chen, lan­gen Aus­flü­ge. Der freund­li­che Rüde fand schnell eini­ge Hun­de­freun­de zum Toben oder auch zum gemein­sa­men Stö­bern und Schnüf­feln. Gele­gent­li­che Ver­su­che klei­ne­rer Rüden, ihn her­aus­zu­for­dern, parier­te er sou­ve­rän. Sein ein­zi­ges Feind­bild teil­te er mit zahl­rei­chen Hun­den, er hass­te den Brief­trä­ger und ver­tei­dig­te laut­stark Haus und Gar­ten, wenn er ihn nur hörte.

Ganz beson­ders lieb­te Anu­bis die Urlau­be mit sei­nen Men­schen, denn es ging meist an die Nord­see und das bedeu­te­te “Lei­nen los” für den hüb­schen Hun­de­rie­sen. Er ließ sich nicht lan­ge bit­ten und gab ordent­lich Gas. 

Kurz gesagt, Anu­bis hat­te gelernt, sein Leben zu genießen.

Als sein gelieb­tes Frau­chen schwer erkrank­te, war Anu­bis zunächst etwas trau­rig, dass sie eine Zeit lang nicht mit ihm unter­wegs sein konn­te. Aber sein Frau­chen ist eine Kämp­fe­rin und auch wenn es eini­ge Zeit dau­er­te, aber sobald es ging, waren die bei­den wie­der mit­ein­an­der unterwegs.

Und dann kam der Tag, der alles ver­än­der­te. Anu­bis ging es nicht so gut und die Tier­ärz­tin ver­an­lass­te wei­te­re Unter­su­chun­gen. Die Dia­gno­se kam an einem Mon­tag, sie lau­te­te “Lymph­drü­sen­krebs in fort­ge­schrit­te­nem Sta­di­um”. Anu­bis Frau­chen wuss­te, dass sie kaum mehr als ein paar gemein­sa­me Wochen haben wür­den, aber dann ging alles uner­war­tet schnell. Sein Zustand ver­schlech­ter­te sich so rapi­de, dass er schon in der Mit­te der Woche erlöst wer­den musste…

Anu­bis ist nur ca. 8,5 Jah­re alt gewor­den, aber er hat­te mehr als 6 Jah­re davon ein tol­les Hun­de­le­ben füh­ren kön­nen. Wir trau­ern mit sei­nen Men­schen um die­sen außer­ge­wöhn­li­chen Hund… lauf schnell, gro­ßer, schö­ner Anu­bis, lauf ins Regen­bo­gen­land und war­te da auf dei­ne Menschen.