4 fast vergessene Hundegeschwister brauchen ein Zuhause

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Die vier hat­ten kei­nen tol­len Start ins Leben. Schon als Wel­pen lan­de­ten sie in einem spa­ni­schen “Tier­heim”. Die Hun­de waren auf einem ehe­ma­li­gen Bahn­hofs­ge­län­de unter­ge­bracht, aber nie­mand schien sich wei­ter um sie zu küm­mern oder ver­such­te, für sie ein Zuhau­se zu fin­den. Völ­lig von der Außen­welt iso­liert lern­ten die Wel­pen lei­der gar nichts - auch nicht, uns Men­schen zu ver­trau­en. Aber etwas Glück hat­ten die Hun­de dann doch, die Poli­zei schloss das ille­ga­le Tier­heim und die 4 kamen zu unse­ren Tierschutzkollegen. 

Das war das sog. “Tier­heim” auf einem ehe­ma­li­gen Bahn­hofs­ge­län­de, das im Juni 2021 von der Poli­zei geschlos­sen und anschlie­ßend geräumt wurde.

Wer mag, kann den Zeit­unsar­ti­kel zu der Poli­zei­ak­ti­on hier fin­den: Link zu El Nor­te Del Castilla

Das Fell der Grif­fon­misch­lin­ge war so verz­ot­telt, dass man kaum erken­nen konn­te, wo vor­ne oder hin­ten sein soll­te. Unse­re Kol­le­gen muss­ten sich also dar­um küm­mern, vier ziem­lich unsi­che­re, ver­ängs­tig­te Hun­de zum Hun­de­fri­seur zu brin­gen. Kei­ne leich­te Auf­ga­be, weder für die Zwei- noch für die Vier­bei­ner, aber schließ­lich hat es doch geklappt 🙂

Bis auf einen konn­ten alle gleich im ers­ten Anlauf von ihrem völ­lig ver­kleb­ten Fell befreit werden. 

Sie haben die Pro­ze­dur erstaun­lich ruhig über sich erge­hen las­sen und es kamen ziem­lich hüb­sche, aber eben lei­der noch sehr scheue Hun­de zum Vorschein.

Die Hun­de leben nun eini­ge Mona­te bei unse­ren Tier­schutz­kol­le­gen und begin­nen ganz, ganz lang­sam, mensch­li­che Nähe zu akzep­tie­ren. Aber auch wenn sich unse­re Kol­le­gen rüh­rend um die Hun­de bemü­hen, so wer­den sie sich im Tier­heim kaum wei­ter ent­wi­ckeln kön­nen. Sie brau­chen eine Bezugs­per­son, die sich inten­siv mit ihnen beschäf­tigt und zu der sie Ver­trau­en auf­bau­en kön­nen - und sie brau­chen unbe­dingt einen oder meh­re­re bereits vor­han­de­ne Hun­de, von denen sie ler­nen kön­nen, wie man als Hund am bes­ten gefahr­los mit uns Men­schen umgeht.

Die spa­ni­schen Tier­schüt­zer haben sich für die namen­lo­sen 4 Grif­fon­misch­lin­ge - 2 Rüden und 2 Hün­din­nen - ganz beson­de­re Namen ein­fal­len las­sen und pas­send bestick­te Hals­bän­der besorgt 🙂 Die so melo­disch klin­gen­den Namen haben fol­gen­de Bedeutung:

  • Bunue­lo (Rüde) = Krapfen
  • Cro­que­ta (Hün­din) = Kroketten
  • Ros­quel­la (Hün­din) = Donut
  • Bol­li­to (Rüde) = Brötchen

Die Hun­de­na­men klin­gen nach einer fröh­li­chen Gebäck­mi­schung, aber fröh­lich sind die 4 lei­der noch nicht. Bei Bol­li­to und Cro­que­ta sind ers­te leich­te Fort­schrit­te in Rich­tung Ver­trau­en auf­bau­en zu erken­nen, aber auch die­se bei­den ste­cken noch vol­ler Scheu und brau­chen viel Unter­stüt­zung, um sich in einem Leben als Fami­li­en­hund zurecht fin­den zu kön­nen. Ihre Geschwis­ter Ros­quel­la und Bunue­lo sind lei­der noch ängst­li­cher… Die genau­en Beschrei­bun­gen der 4 fin­den Sie in den Ver­mitt­lungs­an­zei­gen (bit­te die Hun­de­na­men anklicken):

Wir suchen erfah­re­ne Hundeliebhaber*innen, die sich mit Angst­hun­den aus­ken­nen und bereit sind, einen der Hun­de bei sich auf­zu­neh­men. Am liebs­ten wäre uns ein Für-immer-zuhau­se, wir wür­den uns aber auch über Pfle­ge­stel­len­an­ge­bo­te sehr freuen. 

Die 4 wer­den viel Zeit brau­chen, um zurecht zu kom­men und ihre Men­schen brau­chen sehr viel Geduld und Empa­thie. Das sind kei­ne Hun­de, die man mal eben mit zu einer Gas­sirun­de neh­men kann und die nach ein paar Wochen viel­leicht auch schon ablein­bar wären. Die­se Hun­de brau­chen einen gesi­cher­ten Gar­ten (im Sin­ne von aus­bruchs­si­cher!!), in dem sie sich frei bewe­gen kön­nen. Sie brau­chen eine ruhi­ge, reiz­ar­me Umge­bung und sie brau­chen unbe­dingt min­des­tens einen Hun­de­freund an ihrer Seite.

Als Grif­fon­misch­lin­ge könn­te es durch­aus sein, dass sie über Jagd­trieb ver­fü­gen. Bei unse­ren spa­ni­schen Kol­le­gen lässt sich das lei­der nicht fest­stel­len. Grif­fons sind für ihre gute Nasen­ar­beit berühmt und arbei­ten hoch­kon­zen­triert und aus­dau­ernd auf der Fähr­te. Außer­halb des jagd­li­chen Ein­sat­zes haben sie sich bei der Per­so­nen­su­che bewährt. Soll­te sich bei den 4en Jagd­trieb zei­gen, kann man sie mit Such­spie­len, Fähr­ten­ar­beit etc. ganz gut beschäf­ti­gen und auslasten.

Uns ist klar, dass mit die­sen Hun­den eine ech­te Auf­ga­be auf die Interessent*innen zukommt. Aber wir den­ken, dass sie lös­bar ist. Die Hun­de haben bis­her lei­der nichts ken­nen­ler­nen dür­fen, aber sie sind noch recht jung und bei den rich­ti­gen Men­schen hät­ten sie end­lich die Chan­ce, sich wei­ter zu entwickeln. 

Wenn Sie sich die­se Auf­ga­be zutrau­en und viel­leicht sogar Freu­de dar­an haben, einem die­ser Hun­de in ein tol­les Hun­de­le­ben zu hel­fen, dann freut sich unse­re Ansprech­part­ne­rin auf Ihre Nachricht.

Ansprech­part­ne­rin

Ines Bil­l­asch

Mobil 0171/​5100728

billasch@​hundepfoten-​in-​not.​de