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„Tage wie dieser“
Ein ganz normaler Tag im Leben einer spanischen Tierschützerin. Monica hat etwa 85 Hunde und einige Katzen zu versorgen. Antje betreut etwa 120 Hunde und Rosa über 200. Und das sind ja nicht immer dieselben, es ist ein Kommen und Gehen, jede Woche, praktisch jeden Tag. Viele Interessenten hier in Deutschland machen sich keine Vorstellung davon, wie viel Arbeit das ist, die von sehr wenigen Leuten erledigt wird. Dann hat man eine Direktvermittlung hier, das Hundchen steigt aus dem Flugzeug aus und plötzlich stellen die Leute fest, die Hündin hat einen Mamatumor. Selbst möchte man am liebsten im Erdboden versinken vor Scham darüber, dass das übersehen wurde - aber so etwas kommt einfach vor! Eine unscheinbare kahle Stelle und es stellt sich heraus, dass es ein Pilz ist, nicht gefährlich, aber ansteckend und teilweise langwierig in der Behandlung….eine verpfuschte Kastration, die Hündin muss nach nur ein paar Tagen im neuen Zuhause bereits wieder operiert werden, ein Herzfehler wurde übersehen, obwohl der Hund ebenfalls kastriert wurde und in der Klink war…ganz abgesehen von Gelenkproblemen, die man nicht erkennen kann ,wenn der Hund den ganzen Tag im Zwinger ist und sich kaum bewegt. Das habe ich ja auch selbst erlebt mit meinem Pancho und seine HD war wirklich massiv, nach ein paar Wochen in Freiheit konnte er nicht mehr laufen. Gut wenn der Hund länger in einer Pflegestelle ist und man kann es feststellen und etwas unternehmen. Oft aber werden die Hunde direkt vermittelt, so viele Pflegestellen gibt es nicht. Am Ende ist der allergrößte Teil der Adoptanten sehr verständnisvoll, und man weiss, man hat die richtige Familie ausgesucht. Niemand macht so etwas mit Absicht, jeder Hund, dem offensichtlich etwas fehlt kommt in die Klinik in Spanien. Aber selbst von Monica, die ja Tierärztin ist, hatte ich schon einen Pflegehund bekommen, der einen Leistenbruch hatte. Es ist unsere dicke Biene, sie musst gleich operiert werden, weil ein Leistenbruch bei Pekinesen nicht ohne ist. Und dann blieb sie - nicht wegen der OP, sondern aus anderen Gründen. Dann gibt es aber auch Adoptanten, die bitterböse Mails schreiben, weil der Hund z.B. Flöhe hatte, oder Würmer oder Milben oder eine Erkältung…und sie zählen jeden müden Euro auf, den sie für diesen Hund schon haben ausgeben müssen. Sie wollen einen Hund direkt aus der Perrera retten, am besten tiptop gepflegt und wenn man schon die Schutzgebühr ausgibt, dann sollte der Hund anschließend aber nie wieder etwas kosten. Und wenn man weiß, wie die Tierschützer in Spanien arbeiten, am Rande ihrer Belastbarkeit und man muss man sich heftigste Vorwürfe anhören, dann ist das zutiefst frustrierend…… Bitte haben Sie Verständnis, wir sind alle am äußersten Limit unserer Belastbarkeit.
Tagebucheintrag von Monica Planas vom 15.02.2007 http://salvemanimalsacatalunya.blogspot.com « close |