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Lieschen starb am 25. Januar 2010

 

Alles hat seine Zeit

die Zeit der Liebe, der Freude, des Glücks,

die Zeit der Sorge und des Leids.

Es ist vorbei!

Die Liebe bleibt

 

green02_next.gifLiesa, in liebevoller Erinnerung

 

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Kleine Liesa, verstümmelt an Leib und Seele (2004)

 

Das auf dem Bild war einmal Liesa, damals Giada. Mein Entschluss, dieser armen Kreatur den Weg in eine bessere Welt zu bahnen, stand fest! Sie war ein Hund unter vielen Tausenden von Jagdhunden, der einzig und allein in die Welt gesetzt wurde, dem Menschen von Nutzen zu sein.

 

Als Liesa in Deutschland ankam, lag sie zusammengekauert in der linken hinteren Ecke der Transportbox. Es war ein Bild des Jammers. Man sah der Hündin an, dass sie Schlimmes erlebt haben musste. Ihr Blick sprach Bände. Als ich sie aus der Box hob - denn sie ließ sich nicht locken, bewegte sich keinen Millimeter - zitterte sie am ganzen Körper. Ihre Muskulatur war völlig zurückgebildet. Sie ging keinen Schritt und wäre am Liebsten unsichtbar gewesen. Mir war klar, es würde sehr lange dauern, aus ihr einen fröhlichen Hund zu machen. Diese Hündin war krank – krank an Leib und Seele.

 

Die ersten Jahre ihres Lebens wurde Liesa zur Jagd „missbraucht“, was zahlreiche Schrotkugeln, die man am ganzen Körper unter der Haut fühlt und die Röntgenbilder, beweisen. Auch Beine, Kopf und Hals sind voll davon. Die Eckzähne hatte man ihr abgefeilt. Man kann sich vorstellen, wie sehr die Maus gelitten hat, und woher ihre Ängste rühren.

   

 

Ihr Gesäuge verrät, dass sie auch als Gebärmaschine herhalten musste. Als sie dann irgendwann gänzlich unbrauchbar wurde, entledigte man sich ihrer. Liebe hatte diese Jagdhündin, wie viele andere ihrer Artgenossen niemals erfahren.

 

Lieschen hat dicke, dicke Narben auf der Seele! Besonders große Angst hat sie noch immer vor Männern; leider eine Tatsache, die wir oft bei den ausrangierten Jagdhunden beobachten. Ich habe selten einen so traumatisierten Hund kennengelernt. Liesa bekommt nach über einem Jahr noch immer hin und wieder ihren Tick, dann rennt sie von einem Augenblick auf den anderen panikartig Runde um Runde im Kreis, wobei ihr Herz rast und ihr Atem asthmatisch wird, ohne dass es einen sicht- oder hörbaren Auslöser für diese Paniattacken gibt. Es ist dann schwer, sie hierbei zu unterbrechen. Essen tut Liese ausschließlich im Bett, oder aber überhaupt nicht. Viele Versuche, diese Situation zu ändern, scheiterten. Nachts benutzt Liesa ein Katzenklo, da sie sich nicht auf den Hof wagt.

 

Mit ganz viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Liebe hab ich es geschafft, aus Lieschen, trotz ihrer schlimmen Vergangenheit und der zurückgebliebenen „Macken“ ein fröhliches Hündchen zu machen.

 

 

Vermittelbar ist sie jedoch sicherlich nicht. Sie hat nur zu sehr sehr wenigen Menschen Vertrauen aufgebaut. Tante Kerstin hat sie ganz besonders ins Herz geschlossen, wenn Kerstin uns besucht, vergisst Lieschen kurzzeitig ihre Ängste und kommt allein aus dem Haus, um sie zu begrüßen und zu beschmust zu werden.

 

Besonderen Halt efährt die kleine Pazifistin durch ihre Hundekumpel.

 

     

Tja, Jagdhund ist Liesa durch und durch. Ihre große Leidenschaft ist nun die Mäusejagd, eine Passion, die sie sich selber ausgesucht hat.

 

Ich liebe diese kleine Stubsnase sehr und sie darf hier bei mir – so wie sie ist – alt werden. Es ist schön, dass es sie gibt!!!

 

Lieschen nach einem Schlammbad im Sommer 2006

 

An einem lauen Januarabend 2007

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