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Spanien ist ein Land der Jaeger …. Jagen ist die
geliebte Beschaeftigung einer Unzahl von Maennern, allueberall im Land rasen sie
bei Beginn der Jagdsaison mit ihren Hunden los, um alles abzuknallen, was sich
ihnen in den Weg stellt…dabei sind sie immer begleitet von einer Viezahl von
Hunden. Im Sueden meist von Galgos, in Catalunya von Beaglemixen und Podencos,
und im Norden von Settern. Und allueberall dazwischen sind noch die Pointer,
Sabuesos, Bretonen, Bracken und einige innerspanische Jagdhundrassen
vertreten.
Bei Beginn der Jagdsaison beginnt das
Elend – ersteinmal wird aussortiert. Wer nicht gut jagt, den ereilt der Tod –
durch Aussetzen, Erschiessen oder Abgabe zur Euthanasie in einer Perrera, einer
Toetungsstation. Danach geht es weiter: viele Hunde gehen verloren, sind nicht
gechipt, und finden so ihr Ende in einer der Toetungsstation, wo sie nach 10-20
Tagen Frist ermordet werden. Manchmal kommen Jaeger dorthin, holen sich Hunde
die sie ausprobieren, behalten diese wenn sie gut jagen, und bringen sie zurueck
oder setzen sie aus wenn sie schlechte Jaeger sind. Danach dann das Ende der
Jagdsaison. Wer will schon fuer nun gute 9 Monate nutzlose Hunde
durchfuettern?¿? Also, was nicht gut ist, alt wird, ein wenig hinkt oder
irgendwie ueber ist, weg damit – ausgesetzt, in Brunnen geworfen, in Schaechte
zum Verhungern gestossen, erhaengt wie im Falle tausender von Galgos, oder in
einer Perrera zum Toeten abgegeben. Nun ist wieder Zeit bis zur naechsten
Jagdsaison – Zeit sich mit Kumpels zu treffen und zu reden, die Qualitaeten der
eigenen Hunde zu diskutieren und diese untereinander zum Zuechten auszutauschen.
Mal gucken, ob was Interessantes bei rauskommt – wenn nicht, aussetzen oder in
die Perrera bringen kann man es ja immernoch…..und so beginnt die neue
Produktion, Hundewelpen muessen her damit man was zu tun und zu tauschen hat –
und das Elend fuer die naechste Jagdsaison ist vorprogrammiert…..
Vielleicht mag Ihnen dieses
Bild der spanischen Jaeger zu Boese vorkommen – wir haben auch andere gesehen,
die ihre Hunde in Zwingern halten, aber sie taeglich versorgen, mit ihnen
spazieren gehen und sogar alten Hunden noch ihr Gnadenbrot geben. Sehr viele
koennen es aber nicht sein – denn die meisten Tierheime Spaniens sind uebervoll
mit Jagdhunden. Mehr als 60% ihrer Hunde kommen aus der Jagd. “Was kann man
tun?” fragen wir uns. Viel, aber dies ist leider Aufgabe der Aemter und
Gesetzgeber, der Polizei und der Gerichte – durchsetzen, dass Hunde gechipt
werden und somit die Besitzer identifizierbar sind, strikte Kontrollen der
Zwinger und Gehege der Jaeger, strikte Gesetze, und Strafen, Strafen, Strafen,
die nicht nur auf Papier stehen, sondern eben auch eingefordert werden muessen!!
Manches hat sich in den letzten Jahren bewegt und verbessert – aber immernoch
feiern wir hier im Tierschutz, dass nun endlich das allererste Mal eine Strafe
verhangen wurde fuer das Verhungern lassen von Hunden in einem Brunnenschacht –
sind wir wirklich schon weiter gekommen??? Solange sich in den Koepfen dieser
Menschen nichts bewegt, solange sind alle Initiativen letztendlich machtlos. Und
mit einem spanischen Koenig der eifriger Verfechter der Jagd ist und in
Rumaenien stolz Baeren erlegt und der Stierkaempfe liebt wird der Weg in ein
modernes Spanien noch lang und steinig sein…..
Einen Jagdhund
adoptieren
Natuerlich denken die meisten Menschen
zuerst: “Oh je, einen Jagdhund, den kann man ja nie von der Leine lassen” – und
haben damit sicherlich zum Teil recht. Viele Jagdhunde brauchen mehr Auslauf als
ein Pekinese zum Beispiel. Aber auch die allseitig so beliebten Golden Retriever
sind Jagdhunde, und doch hindert dies nicht eine Vielzahl von Menschen in ihnen
den geliebten Familienhund zu finden.
Was also sollten Sie bedenken wenn
sie einem spanischen Jagdhund ein Zuhause schenken wollen:
Die
“Vorteile”
Die meisten Jagdhunde – insbesondere
Ätere!!! – sind unendlich weich und liebebeduerftig und dankbar fuer alles, was
sie an Zuwendung und Fuersorge erfahren. Sie haben noch nie in ihrem Leben einen
liebenden Menschen fuer sich gehabt, und sie wissen wahrhaftig alles zu
wuerdigen – weiche Sofas, gutes Essen und eine liebende Hand. Welch Wohlbehagen,
endlich nach Jahren in einem Zwinger - feucht, kalt, hart - die Knochen auf
etwas Weichem ausstrecken zu duerfen, und es duftet nach leckrem Essen….so
mancher Jagdhund hat sich als rechter Sofaheld entpuppt, und fand die Sache mit
dem Jagen seitdem recht doof. Jagdhunde haben in der Regel ihr Leben in grossen
Rudeln gelebt, und deshalb sind sie wunderbare Diplomaten im Umgang mit anderen
Hunden – sie kennen alle Regeln der Kommuinikation, und die meisten Jagdhunde
haben einen Mangel an Aggression, der sie nicht nur fuer andere Hunde, sondern
auch fuer Ihre Familie zu einem wunderbaren Lebensgefaherten werden
laesst.
Autofahren ist ihnen meist nicht fremd, war es doch der einzige
Weg mal raus aus dem Zwinger in die bunte Welt zu kommen, wenn auch nur zur
Jagdsaison.
Die
“Nachteile”
Viele Jagdhunde haben noch nie in
einem Haus gelebt, sondern haben ihr Leben im Zwinger verbracht – d.h., manches
kann ihnen fremd sein oder Angst machen – Treppen zum Beispiel. Manche kommen
bei mir an und werfen sich vor Schreck platt auf den Boden – denn der ist so
glatt und gar nicht wie die Erde draussen – aber nun denn – irgendwann stehen
auch sie auf und Schritt fuer Schritt machen sie sich mit den neuen
Gegebenheiten vertraut. Und nicht alle sind schreckhaft – so wie es bei uns
Menschen die wagemutigen und die feigen gibt, so auch bei den Hunden – so manch
einer kam an und benahm sich, als haetter er schon immer in diesen vier Waenden
gelebt. Entsprechend sollten sie sich aber darauf vorbereiten, dass Ihr neues
Familienmitglied manches noch kennen lernen muss. Natuerlich versuchen wir,
Ihnen so gut es geht eine Einschaetzung zu geben – aber vieles wissen wir
natuerlich auch nicht vorher.
Deshalb sollten Sie – wie bei allen
adoptierten Hunden!! – auch damit rechnen, dass die Sache mit der Stubenreinheit
Uebung bedarf.
Der leidige Jagdtrieb – ueber den wisssen wir leider meist
wenig, denn bei unseren Haltungsbedingungen, koennen wir das nicht austesten.
Sie sollten damit rechnen, dass sie mit diesem Problem umgehen muessen und sich
evtl. Rat bei der Erziehung holen muessen. Bei manchen Hunderassen – vor allem
Galgos – wird davon ausgegangen, dass man sie nicht von der Leine lassen kann,
ausser in eingezaeunten Gebieten. Trotzdem variiert der Jagdtrieb von Hund zu
Hund, und manche sind einfach Versager und verpassen ihren Jagdeinsatz
voellig.
Vor allem aber denken Sie
daran: die meisten Jagdhunde passen sich wunderbar an ein Familienleben an – sie
sind wegen ihrer weichen, liebevollen Art wundervolle Gefaehrten fuer Kinder und
problemlose Mitbewohner.
Verfasserin Antje Perlwitz
www.tiere-in-spanien.de
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